Letzte Änderung: 28.04.2010

 

Jugendtreff Neuhermsheim

Jugendtreff Neuhermsheim ist unter neuer Leitung wieder geöffnet;
Interview mit Tina Taufertshöfer.
Das Interview führte
Dieter Skolik für den Gemeindebrief (GB) der Thomasgemeinde

GB: Tina, warum kommen Jugendliche überhaupt in den Treff?

Tina: Einfach mal für ein paar Stunden abschalten, Abstand vom Schulalltag gewinnen und mit netten Leuten zusammentreffen. Für die Jugendlichen von Neuhermsheim und Neuostheim gibt es wieder einen Ort, an dem sie regelmäßig gemeinsam Spaß haben, Musik hören, Kicker, Billard und Dart spielen oder einfach mit Freunden quatschen können. Seit Anfang April ist der Jugendtreff der Thomasgemeinde im Lochgärtenweg unter neuer Leitung wieder geöffnet.

GB: Wann ist der Treff geöffnet?

Tina: Ich habe vor, den Treff fast jeden Tag offen zu halten, wobei Schwerpunkte ihre besonderen Zeiten haben werden.

Montag: 17 – 20 Uhr offener Treff
Dienstag: 16 – 21 Uhr offener Treff
Mittwoch: 16.30 – 18 Uhr Rock Solid, 18 – 20 Uhr Konfi-Gruppe
Donnerstag: 17 – 20 Uhr offener Treff
Freitag: 16 – 21 Uhr, offener Treff und ab dem 24.6.2006
Samstag, alle zwei Wochen, 18 – 21 Uhr offener Treff

GB: Tina, Sie sind die neue Leiterin; Respekt, fast jeden Tag vor Ort

Tina: Ich plane daneben noch zusätzliche Angebote und Aktivitäten: Konzerte und Filmabende; Turniere und sportliche Aktivitäten sollen im Jugendtreff ebenso stattfinden wie gemeinsame Feste und Ausflüge. Auch eine Mädchengruppe soll bald ins Leben gerufen werden. Wichtig ist dabei, dass die Aktivitäten von den jungen Leuten mitorganisiert und mitgestaltet werden.
Der Jugendtreff soll ein Ort sein, wo die jungen Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen können. Meine Ausbildung als Sozialpädagogin mit Schwerpunkt Jugendarbeit (mein Studium schloss ich Anfang des Jahres an der evangelischen Fachhochschule in Ludwigshafen ab) zeigt mir ganz klar den Weg für diese Arbeit.

GB: Sie wirken noch sehr jung; in der Praxis weht oft ein rauer Wind.

Tina: Ich bin jetzt 29 Jahre alt. Vor dem Studium habe ich 7 Jahre als Krankenschwester im Universitätsklinikum in Mannheim gearbeitet; das ist sicherlich kein Nachteil für die Jugendlichen, die ich zu betreuen habe. Die Arbeit im Neuhermsheimer Jugendtreff ist für mich eine neue berufliche Herausforderung, auf die ich mich sehr freue. Der Treff soll ein Ort werden, an dem sich die Jugendlichen verstanden und akzeptiert fühlen. Es ist nicht immer einfach, in unserer heutigen Gesellschaft aufzuwachsen. Die Jugendlichen müssen daher in ihrer Entwicklung unterstützt werden, damit sie ihren Platz in unserer Gesellschaft finden. Die individuelle Entwicklung soll dabei ebenso gefördert werden wie das soziale Miteinander.

GB: Also ist der Jugendtreff kein reiner Spaßclub?

Tina: Nein, ganz gewiss nicht. Ich will dazu beitragen, dass die Jugendlichen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten heran-wachsen.

GB: Die Öffentlichkeit hat den Jugendtreff bisher nicht immer positiv bewertet.

Tina: Es wird auch nicht in jedem Fall gelingen, die Aktivitäten in und um den Jugendtreff immer in einem besonders guten Licht erscheinen zu lassen. Deshalb sehe ich einen weiteren Schwerpunkt meiner Tätigkeit in der Öffentlichkeitsarbeit. Sie ist ebenso wichtig wie die Elternarbeit und die Beratung. Auch mit anderen Einrichtungen und gemeinnützigen Institutionen möchte ich in Zukunft zusammenarbeiten.

GB: Gibt es bereits Ansatzpunkte für die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen?

Tina: Ich bin Katholikin. Was mir in Neuhermsheim und Neuostheim sofort gefiel, ist die enge Verbundenheit zwischen der Evangelischen Thomas-gemeinde und der Katholischen Gemeinde St. Pius. Hier ist mir die Unterstützung sicher. Aber auch die Stadtmission mit dem Ehepaar Pfeiffenberger ist mir eine wesentliche Stütze. Und der Gedankenaustausch mit der Polizeistation Neuostheim, dem Bezirksbeirat und den Menschen vor Ort ist mir wichtig.

GB: Frau Tina Taufertshöfer, es war uns eine Freude, mit Ihnen zu sprechen.
Wir hoffen, dass die jungen Menschen, die den Weg zu Ihnen finden, Ihre Hilfe annehmen. Und wir hoffen, dass Sie viel Verständnis für Ihre schwierige Aufgabe finden und dass Sie von Anfeindungen verschont bleiben.

Tina: Vielen Dank. Ich wünsche mir, dass dieses nicht das letzte Gespräch mit dem GB war. Ich weiß, dass der offene Jugendtreff oft als Station für Jugendliche gesehen wird, die im Alltag, mit ihrem Elternhaus oder der Schule nicht zurecht kommen. Meine Jungen und Mädchen sind aber noch nicht am Ende ihrer Entwicklung, sondern mitten drin. Sie brauchen Hilfe von uns allen, sie wollen und müssen aber auch gefordert und geformt werden für ein gutes Zusammenleben mitten unter uns.

GB: Frau Tina Taufertshöfer, das war ein wichtiger Appell an uns alle. Wir sind Optimisten und sind sicher, dass dieser Appell von vielen Menschen jeden Tag neu aufgegriffen wird.                                                         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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